
Aktuell im Bau
Sicherung und Rekultivierung der Altablagerungen am Klinkenberg in Golßen











Ziele
Die Sicherung und Rekultivierung der Altablagerungen „Golßen - Am Klinkenberg“ und „Güllesickerbecken Klinkenberg, Golßen“ erfolgt nach der "Richtlinie zur Sicherung und zum geordneten Abschluss von Abfalldeponien mit geringem Gefährdungspotential" des Landesumweltamtes Brandenburg. Ziel ist es, durch ein dachähnliches Geländeprofil das Niederschlagswasser oberflächlich abzuleiten und somit keine Gefahren, Nachteile oder Belästigungen durch im Boden verbleibende Schadstoffe entstehen zu lassen.
Altlastenstatus der Altdeponie
Die Altdeponie Golßen wurde von ca. 1950 bis 1993 ohne Genehmigung betrieben und umfasst eine Fläche von ca. 22.100 m³. Das Ablagerungsvolumen wird auf ca. 70.000 bis 80.000 m³ geschätzt. Neben Erdaushub und Bauschutt wurden auch Siedlungs- und Gewerbeabfälle abgelagert. Um 1990 wurde die Entsorgung von Altautos und wassergefährdenden Stoffen dokumentiert. Die Böschungen weisen eine Hangneigung von bis zu 60° auf, was die Gefahr eines Böschungsbruches oder einer Hangrutschung mit sich bringt.
Arbeitsschritte
Technische Erkundung und Gefährdungsabschätzung
Mittels Kleinbohrungen wurde die Deckschicht der Deponie sowie der chemische Zustand des Grundwassers untersucht. Die ungesicherte Altablagerung trägt zur Schadstoffbelastung im Grundwasser bei, mit erhöhten Werten als typische Deponie-Indikatoren.
Vorbereitende Maßnahmen
Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag
Vor Beginn der Arbeiten müssen die Altablagerungen auf geschützte Tier- und Pflanzenarten untersucht werden, um Fortpflanzungs- und Ruhestätten europäisch geschützter Arten nicht zu beschädigen.
Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes
Vor Arbeitsbeginn wird eine beweissichernde Bestandsaufnahme des Geländes und der angrenzenden Grundstücke durchgeführt und dokumentiert.
Baufeldfreimachung
Gefährliche Abfälle werden fachgerecht entsorgt. Die Fläche wird durch Baumfällarbeiten hergerichtet, wobei Totholz und Grünschnitt für die spätere Habitatbildung verwendet werden können.
Baustelleneinrichtung
Notwendige Container, Materialien und Geräte werden bereitgestellt. Die Zufahrt zur Baustelle erfolgt von der Bundesstraße, und die Zuwegung wird nach den Arbeiten wiederhergestellt.
Bauausführung
Die Errichtung des Sicherungs- und Rekultivierungsbauwerks erfolgt nach den Maßgaben des Bundesbodenschutzgesetzes. Das dachähnliche Geländeprofil soll das Niederschlagswasser ableiten, um den Schadstofftransfer ins Grundwasser zu vermeiden.
Gestaltung und Dimensionierung
Ziel ist die Errichtung eines Landschaftsbauwerks zur Austrocknung des Deponiekörpers und Ableitung des Niederschlagswassers. Das Sicherungsbauwerk umfasst eine Fläche von ca. 41.300 m² mit abgestuften Gefällen für den zentralen und Randbereich.
Profilaufbau
Grobprofil
Ca. 145.000 m³ Bodenmaterial, Baggergut und Bauschutt, lagenweise dynamisch verdichtet zur Gewährleistung der Standsicherheit.
Feinprofil
0,50 m hoch, ca. 21.000 m³ Bodenmaterial, leicht verdichtet und durchwurzelbar.
Rekultivierungsschicht
0,25 m hoch, ca. 11.000 m³ kulturfähiger Boden, leicht verdichtet und durchwurzelbar.
Verwertung von Ersatzbaustoffen
Der Einsatz von mineralischen Abfällen erfolgt nach dem Erlass vom 26.09.2023, um eine ordnungsgemäße und schadlose Verwertung zu gewährleisten.
Grobprofil-Materialbeschaffenheit
Nur nicht gefährliche, mineralische Abfälle sind zulässig. Das Material wird lagenweise eingebaut und verdichtet, um spätere Setzungen zu vermeiden.
Feinprofil-Materialbeschaffenheit
Das Feinprofil dient als durchwurzelbare Dränschicht und muss nicht gefährliche, mineralische Abfälle enthalten. Die Schichtstärken und Materialzusammensetzung werden dokumentiert und durch das Umweltamt freigegeben.
Rekultivierungsschicht-Materialbeschaffenheit
Die oberste Schicht muss schadstofffrei und frei von invasiven Neophyten sein.
Nachnutzung und naturnahe Gestaltung
Auf dem südlichen Teil des Bauwerks soll eine Photovoltaikanlage errichtet werden. Naturnahe Kompensationsmaßnahmen umfassen Gruppenpflanzungen zur Erhöhung der Artenvielfalt. Freigelegtes Totholz kann als ökologische Nische dienen.
Dokumentation und Nachsorge
Alle relevanten Unterlagen werden während der Bauphase dokumentiert und aufbewahrt. Eine Abschlussvermessung wird nach Beendigung der Baumaßnahme durchgeführt.
Nachsorgezeitraum
Ein Zeitraum von fünf Jahren ab Abnahme umfasst die jährliche Kontrolle auf Setzungen und Erosionen sowie die Pflege der Vegetation. Dies soll einen funktionsfähigen Zustand der Rekultivierungsfläche gewährleisten.
Durch die Maßnahmen wird die Altablagerung gesichert und rekultiviert, sodass keine Gefahren für Mensch und Tier bestehen und die Fläche ökologisch wertvoll genutzt werden kann.